Als mitte 2007 der erste eeePC herauskam wusste ich nicht, was ich davon halten sollte – schön klein war er ja, aber irgendwie doch auch zu klein (und zu lahm). Kam mir doch eher wie ein Spielzeug vor. Dann kaufte ich mir nen MacBook Pro, ist ja mit 2.4 kg auch recht leicht. Dachte ich, bis ich mir für ein paar Fahrten, darunter die Klassenfahrt nach Berlin nen eee 1000H kaufte und diesen in der Hand hielt.

Asus eeePC 1000H. Was sonst?
Von der Ausstattung her ist das Gerät ein typisches Netbook – Atom N270 mit 1.6 GHz, 1GB RAM, ein 10.2″ Bildschirm sowie eine 160GB Festplatte von Seagate, dazu 3 USB Ports, eine Webcam und ein VGA-Ausgang für externe Monitore/Beamer/was auch immer. Der Akku ist mit 6600 mAh bei 7.4V auch ganz in Ordnung – laut Asus reicht er für sieben Stunden Betrieb, in der Praxis darf man eher mit fünf Stunden mit mittlerer Helligkeit rechnen. Reicht ja auch fürs gröbste. Geliefert wurde der eee mit Windows XP Home Edition, was jedoch schnell einer Ubuntu (Netbook Remix)-Installation platz machen musste.
Die Verarbeitung ist erstklassig – Das Gehäuse ist aus sehr, sehr festem und hochwertigem Kunststoff gemacht. Freundlicherweise liefert Asus eine passende Neoprentacshe mit dem eee mit, in dieser sammelt der stark glänzende Bildschimdeckel kaum Kratzer oder Fingerabdrücke.
Bisher belächelte ich Netbooks wegen den winzigen Tastaturen und Bildschirmen und der etwas geringen Leistung, die Tastatur ist entgegen aller Erwartungen sogar recht gut sobald man sich eingeredet hat, dass Größe nicht alles ist. Dass die Bildschirmgröße klein ist ändert sich dagegen nicht – mit Ubuntu Netbook Remix und dem Firefox Addon „Stratini“ lässt es sich aber recht gut damit leben.

Der Home Screen von Ubuntu Netbook Remix
Die Leistung ist ganz Anständig, zumindest für alles was auf den Bildschirm passt. Statt Firefox empfehle ich jedoch Swiftfox – ein optimiertes Firefox, ohne dies ist GMail am eee unerträglich langsam.

Swiftfox mit Stratini. Und Pedobear.
Full HD-Videos will ich lieber gar nicht erst versuchen, 720p geht noch gerade so mit VLC, wenn auch mit gelegentlichen Aussetzern. Hat auch wenig Sinn, 720p ist größer als der Bildschirm …
GIMP macht auch nur wenig Spaß – die Leistung an sich reicht für alle kleinen bis mittelgroßen Filter, die Bildschirmgröße dagegen nur für winzige Bilder.
Die Stärke des Geräts ist es, es überall mitnehmen zu können ohne ein nennenswertes Gewicht zu tragen (und 1.45 kg sind für ein Netbook schon viel, bei der Konkurrenz gibt es noch einiges leichtere …) und überall mal schnell Fotos von der Kamera bunkern, schnell mal eben online gehen und chatten oder auf Zugfahrten Filme (von der Festplatte, nicht in HD) zu gucken. Für solche Sachen reicht die Leistung locker – und mit dem sehr hellen und matten Bildschirm und dem starken Akku macht das auch irgendwie Spaß.
Ein kurzes Wort zur Software: Fast alle Netbooks werden mit Windows XP geliefert – dieses ist bei mir nach wenigen Stunden mit Ubuntu ersetzt worden, was aber auch nicht das wahre ist: diese Systeme sind für normale Bildschirmgrößen gedacht und verschwenden viel zu viel Platz auf irgendwelche Leisten. Ubuntu Netbook Remix dagegn ist in dieser Hinsicht sehr durchdacht, der Fensterrahmen fällt bei maximierten Fenstern (was bei der Größe ohnehin der normalfall ist) weg. Außerdem ist es ein normales Ubuntu – was will man mehr
?
Fazit: Tolles (Zweit-)Gerät. Für große ernsthafte Arbeiten nimmt man doch etwas anderes, aber für die Zwecke für die Netbooks geschaffen wurden ist der eee 1000H aus meiner Sicht eines der besten Netbooks auf dem Markt, besondere Auszeichnungsmerkmale sind der starke Akku, die gute Tastatur, das Touchpad (Multitouch, Appls lässt grüßen) sowie der helle matte Bildschirm, der auch draußen sehr lesbar ist. Mit der 160GB Festplatte ist das Gerät zwar weniger schockresistent als die Netbooks mit SSD-Speicher, kann aber immerhin vernünftig viel (Musik? Filme?) speichern. Für mich war vor allem der Preis entscheidend – neu für 299€ inklusive Versand, bei einem ebay-Händler gekauft. Kann mich nicht beklagen, das Teil wird wohl öfter unterwegs mein MacBook Pro ablösen.



